Tag am Meer – Von Porto nach Rates (Montag, 3. September 2012)Day at the beach – Porto to Rates (Sept 3rd, 2012)

Wir sind echt Genusspilger. Das haben nicht erst unsere Mitperegrinos relativ schnell festgestellt. Auch uns war von Anfang an klar, dass diese Reise nicht nur ein Abenteuer werden sollte, sondern auch unser wohlverdienter Urlaub.

We’re real pleasure pilgrims. That not only our fellow peregrinos found out relatively quickly. For us it was clear from the beginning that this trip is not only to be an adventure, but also our well-deserved vacation.

Nachdem die Temperaturen schon bei der Sightseeing-Tour in Porto zum Baden einluden, beschlossen wir also, den ersten Lauftag etwas abzukürzen und direkt ans Meer zu fahren. Anstatt in der brütenden Hitze von Matosinhos nach Vila do Conde zu laufen, hatten wir uns überlegt, einfach mit der Bahn nach Azurara zu fahren und dort an den Strand zu gehen. Nach einer gefühlt ewig dauernden Bahnfahrt kamen wir also in Azurara an und machten uns erstmal auf die Suche nach dem Strand. Einige hundert Meter Laufweg später sahen wir den Ozean und freuten uns schon aufs Badevergnügen. Dorthin zu kommen war allerdings schwieriger als angenommen, da natürlich nichts ausgeschildert war. Glücklicherweise wussten wir, dass wir über den Campingplatz irgendwie zum Strand kommen würden. Als wir dorthin liefen, trafen wir auch schon die ersten Mitpilger, die uns etwas abgekämpft entgegen kamen. Es war ein Ehepaar aus Holland, wie sich später herausstellen sollte. Wir grüßten brav und setzten unseren Weg in die falsche Richtung fort. An einer Strandbar genehmigten wir uns erstmal einen leckeren Kaffee, bevor wir begeistert ob des schönes Wetters an den Strand gingen. Es war traumhaftes Badewetter, das Wasser war mir persönlich allerdings zu kalt. Mone dagegen wagte sich ins kühle Nass. Leider hielt sich das Badevergnügen in Grenzen, wir wussten schließlich, dass wir irgendwann weiter müssen. Es sollte nämlich an diesem Tag noch nach Rates gehen. Es lagen also noch rund 12 Kilometer vor uns. Als wir uns also auf den Weg nach Vila do Conde machten, von wo aus der Jakobsweg wieder ausgeschildert war, bemerkten wir, dass die Idee, sich vormittags zum Strand zu begeben und erst nachmittags loszulaufen vielleicht nicht die beste gewesen war. Als wir um 13 Uhr aufbrachen, fing nämlich die Mittagshitze erst so richtig an und jeder Schritt war unbeschreiblich schwer. Irgendwie kämpften wir uns dann die ersten vier Kilometer nach Vila do Conde und waren schon dort völlig fertig und mussten erstmal was essen. Schnell wurde uns klar, dass wir uns etwas einfallen lassen müssen, da wir so erst abends in Rates ankommen würden. Und prompt brachen wir schon am ersten Tag die erste Pilgerregel und setzten uns ins Taxi. Den ganzen Weg wollten wir nun nicht skippen, also ließen wir uns einige Kilometer fahren und liefen den Rest nach Rates. Mit dem Auto überholten wir die Holländer und hatten spätestens dann ein schlechtes Gewissen, denn vorhin waren sie schon abgekämpft, nun waren sie ganz offensichtlich vollkommen durch. Wir verließen ausgeruht das Taxi und gingen die letzten Kilometer bis zur Herberge. Wir würden schließlich noch früh genug anstrengende Wege beschreiten, warum ausgerechnet am ersten Tag? In Rates angekommen fanden wir erstmal ein verlassenes Gebäude vor. Offensichtlich war noch niemand da. Oder doch? Als wir gerade zur Tür reingekommen waren, kam plötzlich eine alte Bekannte um die Ecke. Sabrina hatte sich bereits in der Herberge eingefunden und wies uns erstmal in die Abläufe ein. Für sie war es schon der zweite Lauftag, denn sie war bereits am Sonntag in Porto losgelaufen. Als Hospitalera war sie jedenfalls schonmal unschlagbar. Irgendwann nach uns kamen auch noch zwei weitere bekannte Gesichter. Das holländische Pärchen kam nämlich nach uns in die Herberge und wunderte sich nicht ein Stück darüber. Die haben uns ganz offensichtlich einfach nicht erkannt. Wir waren ja auch schon frisch geduscht zu diesem Zeitpunkt. Nach und nach trudelten immer neue Pilger in der Herberge ein. Darunter waren auch zwei junge Deutsche, die sich als Kilian und Silas vorstellten. Die Beiden waren herrlich planlos, dafür aber umso ambitionierter. Vor allem Silas war voller Energie und trieb Killian so erstmal über 30 Kilometer nach Rates, und das in Jeans und Baumwollshirts, während alle anderen Profi-Wanderer in Funktionskleidung über den Camino pilgerten. Später sollten wir uns alle noch herrlich über Silas´vermeintliche Isomatte amüsieren: der Gute hatte sich im Geschäft vergriffen und eine Mü-Meter dünne und 1,20m kurze Yogamatte im Gepäck. Nach einem kleinen Abendessen in der örtlichen Pizzeria, die wir erst nach einer kleinen Odyssee gefunden hatte, saßen wir noch mit einigen anderen Leuten im Garten der Herberge zusammen, der in Rates ziemlich einladend und groß ist. Bei einem leckeren Vinho Verde, den sich auch Sabrina nicht nehmen ließ, wurde die illustre Runde immer redseliger. Die Gespräche drehten sich um Gott, die Welt und die Gründe jedes Einzelnen, sich auf den Jakobsweg zu begeben. Da suchten etwa die Jungs nach einem Abenteuer, andere wollten nette Leute treffen und in die portugiesische Kultur eintauchen, drei athletische Brasilianer verwiesen auf ihre Sportbikes und Sabrina hatte religiöse, wie auch persönliche Gründe, sich auf Pilgerschaft nach Santiago zu begeben. Obwohl man jetzt vielleicht denken könnte, Sabrina wäre dabei eher der nachdenkliche und melancholische Typ, irrt sich völlig. Vielmehr schaffte sie es, trotz des ernsten Themas, alle mit ihrem lupenreinen Niederrheinisch gleichzeitig zu fesseln und zu unterhalten. Das ein oder andere Wort sollte uns im Laufe der Reise “kwasi” noch öfter begegnen… Der erste Abend auf dem Camino war schonmal gelungen und gegen 23 Uhr löste sich unsere Runde langsam auf. Am nächsten Tag sollte es schließlich früh weiter gehen. Wir peilten das rund 18 km entfernte Barcelos als nächstes Tagesziel an, man soll es ja am Anfang nicht gleich übertreiben mit der Wanderei.

Because the temperature invited for a swim, we decided to cut short the first day of the race and go to the sea. Instead of running in the searing heat of Matosinhos to Vila do Conde, we had been thinking we might just take the train to Azurara and go to the beach. After what seemed like a neverending ride we finally arrived at Azurara and went to look for the beach. A few hundred meters later we saw the ocean path and looked forward to swimming. To get there, however, was more difficult than expected, because of course nothing was signposted. Fortunately, we knew that we would come across the campsite to the beach anyway. As we walked there, we met even the first fellow pilgrims who came to meet us a little weary. It was a couple from Holland, as it turned out later. We saluted and continued on our way in the wrong direction. At a Bar, we drank a delicious coffee before we went to the beach. It was wonderful swimming weather, the water was too cold for me but Mone however ventured into the cool water. Unfortunately the beach fun came to an end much too soon because we knew that we must at some point go on. We still had to go to Rates. So there were still about 12 kilometers to go. So when we set out for Vila do Conde from where the Camino was again marked, we realized that the idea to go to the beach in the morning and start walking in the evening was perhaps not the best. When we left at 1 PM the heat of the day was t its peak and every step was incredibly difficult. Somehow we struggled the first four kilometers to Vila do Conde, and arriving there we were already completely exhausted and had to eat.  It became clear to us that we need to come up with something so we wouldn’t arrive in Rates in darkness. So on the first day we already broke the highest pilgrims rule and took a taxi. We didn’t want to skip all the way so we just drove a few miles and walked the last part to Rates. By car, we passed by the Dutch and then had at least a guilty conscience, because earlier they were already exhausted, then they were obviously completely through. We left the taxi pretty relaxed and walked the last few miles to the albergue. We would finally embark soon enough strenuous ways why just on the first day? Arriving in Rates we found an abandoned building. Obviously no one was there. Or is it? When we had just got in the door, suddenly an old friend came around the corner. Sabrina had already arrived at the hostel and showed us first into the drains. For her, it was the second day of the race, because she already started running on Sunday in Porto. She was the perfect Hospitalera.  Eventually two other familiar faces arrived soon after us. The Dutch couple arrived at the hostel and they were not at all surprised to meet us there. Obviously they didn’t recognize us. We were already freshly showered at this time. Gradually, more and mor new pilgrims arrived. Among them were two young Germans, who introduced themselves as Kilian and Silas. The two were delightfully haphazard, but all the more ambitious. Silas especially was full of energy and drove Killian the 30 kilometers to Rates – in jeans and cotton shirts, while all other professional hikers wore functional clothing on the Camino. Later we should all enjoy Silas’ so called mattress: he had bought a mu-meter thin and 1.20 m short yoga mat by accident. After a small dinner at the local pizza place that we had found only after a small odyssey, we sat with some other people in the hostel garden, which is quite welcoming and large in Rates. A delicious Vinho Verde, which also could not help Sabrina, the illustrious group became more talkative. The discussions revolved around God, the world and the reasons of each individual, to go on the Camino de Santiago. Some were looking for an adventure, others wanted to meet nice people and immerse themselves in the Portuguese culture, three athletic Brazilians refer to their sport bikes and Sabrina had religious as well as personal reasons, to go on pilgrimage to Santiago. Although one might think, could Sabrina would be more of the pensive and melancholic type is wrong, completely. Rather, she managed, despite the serious subject matter, all simultaneously captivate with her flawless Niederrheinisch and entertain us. One or the other word should we meet in the course of travel “Kwasi” more often …  The first night on the Camino has attended and successfully against 11 PM our round broke up slowly. The next day it would eventually go on early in the morning. We aimed at the some 18 km far Barcelos as next destination, you are not supposed to overdo the hiking at the beginning of the journey anyway.

3 Comment

  1. Armin says: Antworten

    Gut geschrieben, macht Spass zu lesen. Bitte MEER! 😉

  2. Sabrina says: Antworten

    hi super kwasi super geschrieben und die pochtugisische Kultur haben wir auch gelebt weiter so freue mich auf den nächsten blog

  3. Anna Junk says: Antworten

    Mit diesen doch so humorvollen Berichten freuen wir uns auf die Pilgerreise im April.

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