abenteuer-camino.de Zu Fuß nach Santiago de Compostela

A chinese lion statue

Der Weg beginnt traditionell für jeden Pilger vor der eigenen Haustür.

Für mich bedeutet das vor allem, der Weg beginnt im Kopf.

Vom 01.10.2008 - 23.10.2008 Ab Ende September 2010 werde ich mich, diesmal nicht alleine und ohne Zeitdruck, zu Fuß auf den Weg nach Santiago de Compostela begeben. Um Freunde und Familie, aber besonders auch andere interessierte Pilger, oder solche, die es vielleicht einmal werden wollen, an meinen Vorbereitungen und der Reise selbst teilhaben zu lassen, habe ich dieses Blog errichtet.

leichter Zweitschuh: Crocs

Mone 22. Juni 2011

Wer schon mal gepilgert oder mehrere Tage am Stück gewandert ist, der weiß, dass es nichts Schöneres gibt, als am Abend nach einem langen Wandertag endlich die Stiefel ausziehen zu können und den Rest des Tages in einem leichten und bequemen Schuh zu laufen. Im Idealfall kann man mit diesem Zweitschuh auch mal tagsüber laufen, wenn man z.B. Probleme mit den Füßen hat. Nachdem ich 2008 Nike Trekkingsandalen ausprobiert habe und nicht zufrieden war, habe ich es 2010 mit einem leichten Trekkinghalbschuh von Quechua versucht, der mich allerdings auch nicht überzeugen konnte.


In diesem Jahr habe ich mich dann spontan dazu entschieden, Crocs auszuprobieren, genauer gesagt den Crostail, und es scheint, als habe ich den perfekten Zweitschuh gefunden! Das Paar wiegt gerade mal 250g und lässt sich auch leicht wegen der Fersenschnalle außen am Rucksack befestigen. Der Crostrail ist speziell auch fürs Gelände geeignet, so dass der ein oder andere Wandertag in diesem Schuh überhaupt kein Problem ist, ganz im Gegenteil: man läuft wie auf Wolken, die Füße sind gut belüftet und durchs Wasser kann man damit auch spazieren.
Auf den nächsten Camino kommen mir definitiv nur noch Crocs Schuhe ins Gepäck!

Übrigens würde ich auch fast jedes andere Modell empfehlen, da das Gewicht und der Tragekomfort immer recht ähnlich ist. Der Online-Shop von Outdoor-Renner hält z.B. eine große Auswahl bereit, teilweise liegen die Preise hier weit unter Ladenpreisen!

Und das Beste zum Schluss: mit ein bisschen Glück kann man auch ein Paar gewinnen!

Apfelnews verlost 15 Paar Crocs und 10 Outdoor Sitzkissen! Also schnell hinklicken, liken & mitmachen :)

Streckenübersicht Camino Portugues

Mone 21. September 2010

Xacobeo 2010

Mone 9. August 2010

… und ich gehe ihn wieder.

Im Herbst 2010, 2 Jahre nach meinem letzten Camino, begebe ich mich wieder auf die Reise. Diesmal gehe ich den Weg nicht alleine. Wir starten in Portugal und werden hoffentlich über SdC bis ans Ende der Welt gehen, finis terre. Die Vorfreude ist gigantisch!

Camino Oktober 2008

Mone 9. Mai 2010

Meine Impressionen vom Jakobsweg gibts nun auch in bewegter Form:

Dokufilm über den Camino

Mone 3. August 2009

Habe heute zufällig auf youtube eine sehr schöne Doku zum Camino francés gefunden (8 Folgen), einfach mal auf den youtube-Kanal von PabiTV klicken :)

Wieder zuhause :(

Mone 30. Oktober 2008

Seit einer Woche bin ich nun wieder zuhause und fühle mich so erfrischt und fit wie seit ganz vielen Jahren nicht mehr, und das nicht nur körperlich sondern auch geistig.
Auch wenn mir die ganzen Kilometer ordentlich in den Knochen stecken (die Knie und Bänder schwellen langsam ab, meine Füße sind allerdings immer noch ne Nummer größer), so hab ich doch ständig das Bedürfnis, loszulaufen. Aber auf ne Runde durch den Wald laufen habe ich irgendwie hier mal so gar keine Lust.
Und da kristallisiert sich direkt heraus: es war nicht mein einziger Besuch auf dem Camino. Sobald ich wieder Gelegenheit habe, werde ich mich wieder auf den Weg begeben, vielleicht erstmal nur nach Finisterre und Muxia, oder aber den Portugues.

An den noch fehlenden Berichten schreibe ich noch, aber die Bilder meiner Reise gibt es bereits zu sehen. Eventuell werde ich zu den Tagesberichten jeweils noch ein oder zwei Bilder hinzufügen

Tag 21: Santiago de Compostela

Mone 21. Oktober 2008

In den letzten Tagen gab es keinen Internetzugang, so dass ich die Eintraege nach meiner Rueckkehr nachholen werde.

Heute um punkt 15 Uhr zum Glockenschlag bin ich vor der Kathedrale in Santiago eingetroffen. Patschnass und saugluecklich :) Ans Meer schaffe ich es leider doch nicht mehr, deswegen bleibe ich noch bis Donnerstag hier und werde ein wenig die Stadt besichtigen und meine Mitpilger begruessen, die hier alle nach und nach eintrudeln.

Mehr zu den letzten drei Etappen gibt es dann hier in ein paar Tagen zu lesen!

Tag 17: Portomarin

Mone 17. Oktober 2008

Heute habe ich zum ersten Mal ausgeschlafen, das war noetig nach dem gestrigen Abend. Bis kurz nach 12 sassen wir im Kaminzimmer am Feuer und tranken uns durch die spanischen Likoerchen, Hierbas, Vino dulce, Kaffeelikoer und Grappa gab es auch noch. Michael und Uwe, die zwei Weltenbummler denen ich in den letzten Tagen schon mehrfach ueber den Weg gelaufen bin, waren auch dort und wir fuehrten interessante Gespraeche ueber die Terminologie der gemeinen Bettwanze. Bin ich also nicht die einzige, die es erwischt hat! Und nun erklaert sich auch, warum hier soviele Herbergen geschlossen sind. Der Hospitalero erzaehlte uns, dass die Viecher im Sommer aus Frankreich von den Pilgern “importiert” wurden und dass der September und Oktober die Monate sein, in denen die Parasiten dann auch in Galicien ankommen. Ganz wunderpraechtig.

Nachdem ich also erst um 9 Uhr aufgestanden bin und mich an einigen Tassen Cafe con leche im angrenzenden Cafe laben konnte machte ich mich auf den Weg in Richtung Portomarin. Meine Baender schmerzten immer mal wieder, aber es ging doch recht gut. Heute ging es mal wieder auf und ab, durch zig kleine Doerfer und an noch viel mehr Bauernhoefen vorbei. Mein Bedarf an frischen Kuhfladen ist fuer die naechsten Jahre gedeckt. Unterwegs traf ich dann auf einen Bauern, der per Pferd unterwegs nach Portomarin war, zum Saufen wie er mir erzaehlte. Manuel, so hiess der nach Kuhstall wohlduftende Herr mittleren Alters, wollte dann auch gleich mal wissen ob ich verheiratet sei und als ich dies verneinte machte er mich doch ein sehr direktes Angebot. Aaargh, NEIN! Mir reichts jetzt, seit Villafranca bin ich tagsueber nur alleine unterwegs und so langsam habe ich keine Lust mehr darauf. Alle Fragen sind beantwortet und alle Entscheidungen getroffen, die letzten Kilometer nach Santiago wuerde ich gerne wieder mit jemandem zusammen gehen, vorallem damit ich endlich mal vom Heiratsmarkt hier verschwinde.

Kurz vor Portomarin stand nochmal ein steiler Abstieg an, den meine Knie grad eben noch so verkraften konnten. Man merkt im Uebrigen, dass die letzten 100km vor Santiago angbrochen sind, fuer den Fusspilger die mindestens zu bezwingende Strecke um die Compostela zu erlangen: die grosse Voelkerwanderung blieb zwar aus, aber kurz vor Portomarin wurde auf grossen Reklametafeln schon fuer die Herbergen im ueberdimensionalen Stil geworben. In so einer bin ich heute auch gelandet, 110 Betten in 25er Kabinen durch Vorhaenge getrennt, Reception, Kantinenflair in der Kueche und die Lichter werden um punkt 23 Uhr per Zeitschaltuhr abgeschaltet. Man koennte es auch eine sterile Pilger-Massen-Verwahranstalt nennen. Wenigstens ist es sehr sauber dort, so dass mich die unpersoenliche Atmosphaere kaum stoert.

Da ich heute recht spaet erst angekommen bin habe ich mich fuer ein einfaches Mikrowellen-Gericht als Abendessen entschieden. Koestlich ist etwas anderes, aber der Rotwein desinfiziert ja. Tja und wen treffe ich dann dort in dieser Massenherberge? Die beiden “Australier” aus dem Badischen, die ihren Spitznamen ihren Filzhueten zu verdanken haben. In Triacastela waren die beiden bereits in meiner Herberge und sassen abends noch bei Wein an unserem Tisch. So begruessten wir uns also sehr erfreut und verbrachten den gesamten Abend zusammen. Und siehe da, relativ schnell entschieden wir, ab morgen zu dritt bis nach Santiago zu laufen. Rein zufaellig sind beide auch noch Rettungssanitaeter, so dass ich mir um mein Bein nun keine Sorgen mehr machen brauche - wobei ich Gabis Reiki-Behandlung schon schwer vermisse.

Nun wirds Zeit fuers Bett…in ein paar Minuten werden hier die Lichter ausgeschaltet, ich hoffe ich finde mein Bett mit der Nr. 47 wieder!

Tag 16: Sarria

Mone 16. Oktober 2008

Heute morgen merke ich den Wein, aber nach ein paar Minuten frischer Luft war das schon wieder verflogen. Leider begann der Tag mit schlechtem Wetter und bis zum Mittag hin wurde es so heftig, dass ich in mein huebsches regenoutfit schluepfen musste. Leider war es nicht gerade kuehl so das unter meinem Poncho ein einzigartisches tropisches Klima herrschte…
Von der Landschaft habe ich heute nicht viel gesehen, da es sehr nebelig war und ich ausserdem auf einigen Hohlwegen auf jeden Schritt achten musste. Die Felsabgaenge waren durch die Naesse gefaehrlich rutschig und auf ne halsbrecherische Talfahrt hatte ich nun wirklich keine Lust. Bis Sarria ging ich dann im Fledermaus-Outfit und quartierte mich dort in einer kleinen privaten Herberge ein, die sich als wahrer Glueckstreffer herausstellte: kleiner begruenter Innenhof, grosse Kueche, Kaminzimmer (in dem spaeter am Abend ein Schlummertrunk gereicht werden soll), neue Sanitaeranlagen und das Beste ist, dass ich das Zimmer nur mit einer weiteren Pilgerin aus Oesterreich teile.
Nun werde ich mal fix einen Zug durch die Gemeinde machen und mir im Supermercado etwas zum Kochen kaufen…die obligatorische Flasche Wein darf natuerlich auch nicht fehlen ;)

Tag 15: Triacastela

Mone 15. Oktober 2008

So unruhig die Nacht auch war (ich schlief mit 3 Schnarchern im Zimmer, einer davon war ueber mir so herbe am ratzen, dass das Hochbett vibrierte), der Weckdienst war dafuer umso sanfter. Mit klassischer Musik, zuerst “Ave Maria” und danach Ravels “Bolero”, dazu Kaffeduft und ein freundliches “Buenas Dias”, besser konnte der Tag kaum beginnen!
Das Fruehstueck war ebenfalls ein Traum: bei Kerzenschein und dezenter Musik konnte man sich fuer den heutigen harten Tag staerken. Gegen 9 Uhr verliess ich die Herberge und machte mich auf den Weg nach O Cebreiro, 10km entfernt und auf ca. 1300m. Der Anstieg war schon hart zumal es auch sehr heiss wurde gegen mittag, aber mein Bein machte anstandslos alles mit und so kam ich ziemlich gluecklich nach Ueberschreitung der Grenze von kastilien nach Galicien und das alles ohne Beschwerden oben an. Der Ort ist wirklich winzig, es gibt nur 30 Einwohner, und man merkt, dass es sich um eine alte keltische Siedlung handelt. Leider hatte die Herberge zu, so dass ich weitere 6km, diesmal aber wieder bergab, musste. Im naechsten ort ein aehnliches trauriges Gastspiel: Refugio es ovierto - GESCHLOSSEN. Mist, nun ist die naechste Moeglichkeit Triacastela, 15km entfernt und nur bergab. Gluecklicherweise traf ich aber an einer Bar auf aehnlich geplagte deutsche Mitpilger und kurzerhand entschieden wir uns, zu viert mit dem Taxi die 15km bis Triacastela zu fahren. Hier haben wir nun eine sehr schoene rustikale Herberge gefunden, wo ich auch endlich nochmal alles zwecks Parasitenprophylaxe waschen kann. Gleich wird gekocht und ich habe schon gesehen, dass fuer 10 Personen 10 Flaschen Wein auf dem Tisch standen…. na denn Prost ;)

Noch 130km bis Santiago!

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