Ich bin dann mal Schneck

Verrückt aber wahr. Endlich gibt es wieder einen Blogbeitrag von uns. Es handelt sich um einen Artikel, der seit sage und schreibe eineinhalb Jahren im Entwürfe-Ordner lag. Zum Glück verliert die Geschichte aber nie an Brisanz und sie wird auch nicht alt. Aber lest selbst: 

Wer uns auf Facebook folgt weiß, dass wir inzwischen wieder einmal auf dem Camino unterwegs waren. Diesmal ging es auf dem Camino Inglés von A Coruña nach Santiago und von dort weiter nach Muxia und Finisterre. Natürlich werden wir wieder ausführlich über diese Pilgerreise berichten, an dieser Stelle möchte ich aber eine kleine Geschichte loswerden eine dieser Kleinigkeiten, die einem auf dem Camino immer wieder über den Weg “läuft” niederschreiben. In diesem Falle nämlich kriecht einem dieses Tier öfter über den Weg.

Diese Geschichte widmen wir übrigens Christine Mack von der Deutschen Bar (La Frontera) in Finisterre. Sorry, Christine, dass das so lange gedauert hat.

Aber jetzt beginnen wir die Geschichte mal vorne:

Es war einmal eine Gruppe von Pilgern, die sich eines schönen Tages auf den Weg ans Ende der Welt machten. Wie es der Zufall so wollte war ein Schamane unter den Leuten, die sich auf den Weg zum Kap in Finisterre machten, ein Schweizer Schamane – wie sollte es auch anders sein?

Es war Frühling, das Wetter wechselte ständig. Auf dem Weg zum Leuchtturm in Finisterre passierte etwas Schreckliches (- oder gar Schneckliches?).  Eine der Pilgerinnen, die sonst so umsichtig und rücksichtsvoll durch die Welt schritt, mit offenen Augen und ständig bemüht, das Gute zu sehen, marschierte mit großen Schritten gen Kap. Und da passierte es: mit einem falschen Tritt löschte sie ein Leben aus. Erst zerstörte die Pilgerin das Haus, dann das Lebewesen. Ein lautes “KNACK”. Das Leben einer Schnecke fand ein jähes Ende.

Die Gruppe war entsetzt – vor allem die Pilgerin, die unfreiwillig zur Mörderin wurde, konnte das Geschehene nicht fassen. Warum musste so etwas passieren, an einem solch schönen Tag? Fortan beschlossen die Pilger, jeder Schnecke, die ihren Weg kreuzt, das Leben zu retten. Alle Tiere, die auf der Straße unterwegs waren und denen Unheil drohte, wurden auf den Wegesrand ins Grün gebracht. Doch schnell kamen Zweifel auf. War es richtig, ins Leben der Tiere so drastisch einzugreifen? Muss man nicht bedenken, in welche Richtung die Schnecken wollten und sie dann auf die Seite der Straße zu setzen, in deren Richtung ihre flatternden Fühler (ja, es war durchaus ein stürmischer Tag), an deren Enden schließlich die Augen der Tiere sitzen, gerichtet waren? Oder sollte man sie nicht ganz ihrem Schicksal, ihrer Bestimmung oder der Vorsehung irgendeines höheren Wesens über- und den Dingen ihren Lauf gehen lassen? Vielleicht wollten die Schnecken ja nicht mehr weiter leben. Vielleicht gibt es so etwas wie eine natürliche – wenn man bei einer von Menschen gemachten Straße das Wort “natürlich” in den Mund nehmen darf – Selektion?

Trotz solcher Gedanken kam die Gruppe Pilger nicht umhin, in die Leben der Tiere einzugreifen und eine Schnecke nach der anderen zu retten. Zumindest setzten sie die schleimigen Kriecher nun immer in die Richtung, in die sie gerade unterwegs waren. Das erschien ihnen, da sie es ja nur gut meinten, als das geringste Übel. Also setzten sie ihren Weg fort, retteten Schneckenleben, freuten sich dann doch wieder ob ihrer Erkenntnis und dass das Todesopfer nicht umsonst sein Leben ließ. Sie gingen zum Kap, hatten eine gute Zeit und setzten selbst ihr Leben fort.

Abends dann – wieder zu Hause von ihrem kleinen Ausflug – machten die Pilger ein Feuer und wollten ihren so erkenntnisreichen Tag bei einem Gläschen Wein ausklingen lassen. Da begab es sich, dass der Schweizer Schamane etwas Erstaunliches entdeckte. Aus dem Augenwinkel sah er sie: Eine Schnecke kroch da die Hausmauer hinunter. Und es war nicht nur eines der possierlichen Tierchen, es war eine ganze Familie, denn der Mutter folgten ihre Kinder – im Schneckenmarsch sozusagen. Sollte das ein Zeichen sein? Schließt sich hier etwa der Kreis? Ist diese Schnecke am Morgen tatsächlich nicht umsonst gestorben?

Wir werden es vermutlich nie erfahren, uns hat die Geschichte aber viel Raum für Spekulationen und wirre Gedanken gelassen. Natürlich erzählen wir diese Geschichte hier mit einem Augenzwinkern. Eines ist aber sicher: unser letzter Pilgerweg stand ganz klar im Zeichen der Schnecke!

Von Rückwärts-Pilgern und dem Männlein im Walde – Caldas des Reis nach Padrón (12. September 2012)

Der Abend in Caldas des Reis war lang und feuchtfröhlich. Dementsprechend wollten wir auch am nächsten Morgen nur widerwillig aus den Federn kriechen – was natürlich auch an den bequemen Hotelbetten und dem fehlenden Geraschel unserer werten Plastiktütenpilger gelegen haben mag. Trotzdem mussten wir irgendwann aufbrechen. Denn 18 Kilometer  nach Padrón wollten auch erstmal gelaufen werden. Also machten wir uns auf den Weg. Dabei waren wir noch etwas angeschlagen von dem geheimnisvollen Beerenwein vom Vorabend. Und dementsprechend sahen wir auch aus.

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Hinweis: Pilgerstammtisch in Essen

Wir waren bereits wiederholt beim Pilgertreffen in Essen und sind noch nie auf die Idee gekommen, dies auch unseren treuen Lesern hier im Blog mitzuteilen und eine Einladung zum Dazukommen auszusprechen. Und das, nachdem wir dort auch schon höchstselbst von unserer Pilgerei berichten durften. Jetzt ist es aber wieder einmal so weit. Am Mittwoch, den 8. Januar 2014 (MORGEN!!), findet wieder ein Pilgertreffen statt.

  • Wann? – um 19 Uhr
  • Wo? – im Saal von St. Anna · Oberdorfstraße 55a · 45143 Essen-Altendorf
  • Was passiert da? – es gibt einen Vortrag über den Camino Francés (mehr Infos gibt’s hier) und danach darf man sich natürlich mit den anderen Wanderfreunden austauschen und beim ein oder anderen San Miguel oder einem Tinto den Abend ausklingen lassen.
  • BONUS? – natürlich ein Meet und Greet mit …. Achtung Trommelwirbel …. UNS!

Also erscheinet zahlreich! Bis morgen!

Via Podiensis 2013 in Bildern – Le Puy en Velay nach ConquesVia Podiensis 2013 in pictures

Endlich wieder ein Lebenszeichen von uns. Unsere letzte Wanderung ist zwar schon ein paar Tage her, die Aufbereitung des Erlebten ist aber im Blog bisher nur spärlich vorgenommen worden. Jetzt haben wir es endlich geschafft, die Fotos von unserer Wanderung auf dem französischen Jakobsweg zwischen Le Puy en Velay und Conques hochzuladen.

>>> Hier gibt es noch viele weitere Bilder <<<

Natürlich wollen wir auch in Zukunft weiter an unserer Seite schreiben. Verzeiht uns aber, wenn es zwischendurch mal ein wenig länger dauert, bis der nächste Beitrag erscheint. Wir sind gerade in unserem Nichtpilgerleben ziemlich eingespannt.

Der Omelett-Song – Via Podiensis 2013

Was vermutlich schon jeder Pilger oder Fernwanderer festgestellt hat: ist man länger unterwegs, neigt man dazu, eigen zu werden. Eigen ist dabei vielleicht nicht das richtige Wort. Man wird eher irre, verrückt oder völlig durchgeknallt und hat seltsame Gelüste. Das passierte uns in diesem Jahr mitten in Frankreich auf der Via Podiensis. Natürlich haben wir noch mehr zu berichten, hier ist aber schonmal ein kleiner Vorgeschmack:

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